Servus in Stadt & Land 09u002F19 AT

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SERVUS IN GUMPOLDSKIRCHENDIE WIEGE DES WEINSDie Lage von Gumpoldskirchen ist schnell beschrieben: dort, wo Rotgipfler und Zierfandler ins Glas kommen. Besonders…
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SERVUS IN GUMPOLDSKIRCHENDIE WIEGE DES WEINSDie Lage von Gumpoldskirchen ist schnell beschrieben: dort, wo Rotgipfler und Zierfandler ins Glas kommen. Besonders schön ist’s im September, wenn der geschichtsträchtige Weinort alle Farben spielt. TEXT: SILVIA PFAFFENWIMMER FOTOS: CHRISTOF WAGNER10 ServusGumpoldskirchen ist eine niederösterreichische Marktgemeinde südlich von Wien. Seit beinahe 900 Jahren wird hier ganz offiziell Wein angebaut.KIRCHEN & ORDEN Die beiden hatten in Gumpoldskirchen schon i­mmer das Sagen. Im Bild die Pfarrkirche St. Michael mit dem Schloss des Deutschen Ordens; gemeinsam sind sie so etwas wie das Wahrzeichen des Ortes.Servus 11NATURWISSEN SAGENHAFTE BÄUME* unter Verwendung der Werke von Walther Müller, C. F. Schmidt, K. Gunther, Otto Wilhelm Thomé, Rembrandt, George Price Boyce, Andreas Posselt26 ServusDIE MYSTIK DER ALTEN RIESENSie waren Gerichtsort oder Totenstätte, und ihr Gedeihen vermochte das Schicksal eines heranwachsenden Menschen zu prophezeien. Bäume gelten seit Beginn der Menschheitsgeschichte als Hüter großer Weisheit. Und stets drehten sich geheimnisvolle Geschichten um sie. TEXT: MARGRET HANDLER ILLUSTRATIONEN: ANDREAS POSSELTFrüher, da wusste man genau, wel­ chen Baum man aufsuchen sollte, wenn es einem an Kraft mangelte, die Traurigkeit sich wie ein dunkler Schleier um das Herz legte oder der rheumatische Schmerz der­ art groß war, dass nur noch der Besuch bei einem der alten Riesen Hilfe versprach. Kroch man beispielsweise durch ein Tor aus Weißdornzweigen, so glaubte man, würden alle Krankheiten daran hängen bleiben. Ja, die Beziehung zwischen Menschen und Bäumen ist eine jahrtausendealte, eine ganz besonders enge, eine zutiefst verwur­ zelte, das weiß man aus zahlreichen mysti­ schen Geschichten. Denn Bäume galten seit jeher als des Menschen engste Verbündete. Sie boten den Ahnen Schutz vor bitterer Kälte oder allzu großer Hitze. Ihre Früchte, Blätter, Blüten und Wurzeln versorgten sie mit Nahrung. Sie spendeten Holz für Werk­ zeuge und Waffen oder lieferten Baumateri­ al für Hütten, Häuser, Zäune, Brücken undSchiffe. Am bedeutendsten war wohl der Brennstoff für das Feuer. Viele Kulturen ­sahen in den Bäumen beseelte Wesen, in denen Naturgeister wohnten und unendlich viel Weisheit schlummerte. URALTE VERBÜNDETE DES MENSCHENSo manche Völker vertraten in ihren Mythen die Ansicht, der Mensch sei wohl aus Bäumen entstanden. Die altnordische Mythologie über die Erschaffung der ersten Menschen erzählt, dass Ask und Embla von ihren Göttern aus Esche und Ulme geformt worden seien. Und Baumgleichnisse spre­ chen davon, dass der Baum nicht nur auf­ recht wie der Mensch stehe, sondern auch sein Reifen, Gedeihen und Sterben diesem gleiche. In alten Sprichwörtern werden ­Wesenszüge von Menschen und Bäumen verglichen, etwa indem man einem Men­ schen zugesteht, stark wie ein Baum, stäm­ mig, verwurzelt oder „aus gutem Holz­ eschnitzt“ zu sein. Wir sprechen von g ­unseren Wurzeln, in denen der Ursprung unseres Seins begründet liegt, oder erzäh­ len vom Stammbaum der Familie. Vieles von dem, was wir wissen, stammt aus keltischer oder germanischer Zeit. Doch auch im alten Rom pflegte man den Brauch, zur Geburt eines Sohnes einen Baum zu pflanzen: Sein Gedeihen sollte Aufschluss über die Zukunft des heranwachsenden Kindes geben. Und sowohl in Athen als auch in Rom waren es Bäume, von deren Zustand man das Geschick der jeweiligen Stadt ab­ las. Es war das Konzil von Arles, das im 5. Jahrhundert nach Christus dazu auf­ forderte, vom „gotteslästerlichen Baumkult“ abzulassen. Doch bis weit über das Mittel­ alter hinaus glaubte man, dass Wälder von Naturgeistern wie Kobolden, Zwergen, Feen, Elfen und Nymphen bevölkert wären, und fast jeder Baum oder Strauch hatte im Volksglauben eine tiefere Bedeutung. ➻Servus 27GESUNDES LEBEN NATÜRLICH SCHÖNLIEB ZUR HAUTTEXT: MARGRET HANDLER REZEPTE: ANNETTE WALLNER ILLUSTRATIONEN: JULIA LAMMERSHautpflege nach dem Sommer ist besonders wichtig. Auch wenn ein hübsch gebräunter Teint die Haut gesund und strahlend aussehen lässt, braucht sie nun unsere Zuwendung. Die schützende Barriere an ­ihrer Oberfläche ist erschöpft; das viele UV-Licht, häu­ figes Schwitzen, Wind und Wasser haben die Feuchtigkeitsreserven aufgebraucht. Vom Sonnenbaden wirddie Haut generell dicker und trockener; sie wirkt ein wenig schuppiger als sonst und möchte nun viel Feuchtigkeit. Da kommt es uns sehr gelegen, dass heuer ein ausgesprochen gutes Jahr für die Rosenblüte war. Denn unsere Haut liebt die feinen Öle, die in den ­Blütenblättern enthalten sind, ganz besonders. Mit ­ihnen haben wir ein Rezept entwickelt.NÄHRENDE MASKEGURKENWASCHUNGKÖNIGIN DER PFLEGEIriswurzel befreit die Haut von abgestorbenen Zellen und sorgt für Feuchtigkeit und Elastizität. Für eine Maske aus Iriswurzelpulver gräbt man eine Knolle aus, reibt die frische Wurzel und lässt die Raspel trocknen. Danach mit der Mühle fein mahlen. Einen Esslöffel Heilerde dazugeben, 1/16 Liter Wasser einrühren und die Maske für 20 Minuten im Gesicht wirken lassen, danach abspülen.Omas Universalmittel gegen tro­ ckene und schuppige Haut war die Gurke. Sie ist stark feuchtigkeitsspendend, sodass sie praktisch jede Haut schön strahlen und frisch aussehen lässt. Dafür einfach das Gesicht mit Gurkenraspeln einreiben oder Scheiben auflegen, die Säfte einige Minuten einwirken lassen und danach wieder abwaschen. Wer zu sehr trockener Haut neigt, rührt etwas Joghurt zur Gurke.Das wunderbare Ackerstiefmütterchen ist ein Segen für die Haut. Setzt man es in Öl an, erhält man eine wertvolle Pflege, die selbst empfindliche Babyhaut bei Milchschorf unterstützt. Dafür eine Hand­ voll Ackerstiefmütterchen sammeln, einen Tag trocknen lassen, das Kraut zerkleinern und zehn Tage lang in 250 ml Weizenkeimöl ansetzen. Abseihen und abends sparsam auf die feuchte Gesichtshaut auftragen.44 ServusFLÜSSIGSEIFE MIT ROSE Milde Reinigung und PflegeZUTATEN FÜR CA. 300 ML SEIFE 1 große Handvoll Duftrosenblüten 1/16 l Olivenöl 1 großes Stück Schafmilchseife (ca. 25 g) 500 ml Wasser ätherisches Öl (z. B. Rosengeranie oder Rosenholz; reines Rosenöl ist sehr teuer) leerer Seifenspender1234ZUBEREITUNG 1. Zur Vorbereitung zehn Rosenblütenblätter für 3 Tage in 1/16 l Olivenöl ansetzen. 2. Seife mit einer Küchenreibe reiben. ¾ der geriebenen Seife mit dem Wasser und den Rosenblüten in einen Topf geben. Die Seife löst sich im Wasser auf, man lässt es leicht köcheln und rührt ständig mit dem Schneebesen. Herd ausschalten und langsam auskühlen lassen, dabei immer wieder rühren, bis die Masse dickflüssig wird. 3. Rosenblätter gut abseihen, sonst verstopfen sie später den Spender. Die Seifenmasse einen Tag stehen lassen. Falls sie dann noch zu flüssig ist, gibt man die restliche Schafmilchseife dazu und köchelt alles noch mal auf. Erneut abkühlen lassen. 4. In die fertige Flüssigseife gibt man einen Teelöffel des selbst angesetzten Rosenöls und zehn Tropfen ätherisches Öl hinzu und rührt alles mit einem Handmixer gut durch. Bevor Schaum entsteht, die Masse ausruhen lassen und langsam in den Seifenspender füllen.  ideo mit Anleitung V unter servus.com/natuerlichschoenDIE ROSE – KOSTBARES FÜR DIE SCHÖNHEITIm antiken Griechenland galt sie als Blume der Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit. Das aus der Rose gewonnene Öl enthält zahlreiche wundervolle Inhaltsstoffe für die Haut. Es soll stark entzündungshemmend, antiviral und feuchtigkeitsspendend sein; alles Wirkungsweisen, die Menschen mit trockener Haut oder Neurodermitis helfen. Auch die Ausbreitung von Herpesbläschen vermag Rosenöl zu unterbinden. Seine durchblutungsförderndenEigenschaften sorgen für ein starkes Bindegewebe und stimulieren die Zellteilung, was verjüngend wirkt und die Faltenbildung mindert. Im Gesicht regt Rosenöl die Selbstregeneration der Haut an und lässt den Teint jugendlich strahlen. Für einen Liter des kostbaren Öls werden schätzungsweise bis zu fünf Tonnen Rosenblätter benötigt; daher ist reines Rosenöl sehr hochpreisig. Dafür kann es bereits in ganz niedriger Dosierung seine volle Wirkung entfalten.Servus 45GUTE KÜCHE EINFACH DEFTIGGEFÜLLTE WAHRHEIT Der Inhalt einer Wurst, sagt der Volksmund, bleibt ein ewiges Geheimnis. Stimmt gar nicht, denn wir wissen, was drin steckt. Und deswegen sind sie uns nicht blunzn: die langen und die kurzen, die geraden und die gebogenen, die Pärchen und die Einzelgänger. REDAKTION: KLAUS KAMOLZ, ALEXANDER RIEDER FOTOS: EISENHUT & MAYER66 ServusGEBACKENE BLUTWURST mit SalatSchon die alten Römer liebten die Blutwurst und nannten sie Butulie. Heute ist die volkstümliche Blunzen aus Schweineblut, Kopf und Schwarte, Weißbrot und Gewürzen wohl jene gefüllte Haut, um die sich die allermeisten folkloristischen ­Begriffe ranken – von der Saudirn, deren wichtige Rolle am Schlachttag es war, das frische Schweineblut zu rühren, damit es nicht stockt, bis zu den bisweilen recht derben Nebenbedeutungen des Wortes: Blunzn nennt man immer noch abschätzig eine unsympathische Frau; blunzn ist dem einen, was dem anderen egal ist – oder auch wurscht; und blunznfett ist, wer wirklich zu tief ins Glas geschaut hat.Servus 67MEIN DAHEIM DEKORIERENZUM ANBEISSEN SCHÖN Der alte Apfelbaum steht in voller Pracht. Wir haben uns seiner üppigen Äste bedient und diese in die Vase gestellt, einen fruchtigen Kranz gebunden und ein herbstliches Gesteck gefertigt.FOTOS: MICHAELA GABLER/TAVERNE-AGENCY.COMREDAKTION: ALICE FERNAU86 ServusÄSTE FÜR DIE VASE ��Direkt vom Baum in ein großes ­ urkenglas oder eine Vase gestellt, G sind die Äste des Apfelbaumes ein appetitlicher Blickfang in der Küche. Die Zweige halten sich länger frisch, wenn man sie mit einem scharfen Messer schräg anschneidet und die Stiele von unten nach oben spaltet.Servus 87SCHÖNE HEIMAT FLORISTIKBuntes Dachgebälk. Hier verbringt Irmgard Opitz viele Stunden, umgeben von Unmengen getrockneter Blumen aus dem eigenen Garten.94 ServusEIN HIMMEL VOLLER BLÜTENAlljährlich wenn der Herbst ins Land zieht, trocknet Irmgard Opitz im Weinviertel ihre Gartenblumen und bewahrt deren Düfte und Farben. Kopfüber hängen die Büschel auf dem Dachboden und warten darauf, in wunderschöne Potpourris und Kränze verwandelt zu werden. TEXT: VERONIKA SCHUBERT FOTOS: RITA NEWMANServus 95SCHÖNE HEIMAT TRADITIONMEIN LAND,MEIN G’WAND Da muss jede Franse richtig liegen, der Hut akkurat sitzen: Eine Festtagstracht ist etwas ganz Besonderes. Weil sie für Land und Lebensart steht. Voll Stolz präsentieren Menschen aus ganz Österreich ihre unverwechselbare, kostbare Kleidertradition. TEXT: CAROLIN GIERMINDL FOTOS: ROBERT MAYBACH114 ServusDie Pongauerin. Johanna Habersatter, Bäuerin aus Radstadt, hat vor 39 Jahren in dieser prächtigen Festtagstracht geheiratet. Mit schwarzem Bänderhut und „Grandln“, also Hirschzähnen, in Kropfkette und Schmuck. Was sie stets im Trachtenbeutel trägt? Einen Knirps.œœSALZBURG Wo man sich stolz zum Bauernstand bekenntW  enn der Hut nass wird“, sagt Johanna Habersatter, „heißt es, anfangen zu ­sparen.“ Schon beim kleinsten Regentropfen nämlich reagiere ihr schwarzer Bänderhut hochempfindlich. „Deswegen hab ich immer einen Knirps dabei.“ So ein Pongauer Trach­ tenhut, er wird aus Wolle gefertigt und mit Fell besetzt, ist nämlich kein Schnäppchen. Mit einem vierstelligen Betrag für das gute Stück muss man rechnen. Da heißt es Ob­ acht geben. Zu Fronleichnam, bei Erntedank­ festen, bei Begräbnissen, immer, wenn ­Johanna ihre kostbare Festtagstracht trägt. DIE ZÄHNE EINES HIRSCHESWürdevoll wirkt sie in ihrem schwarzen ­Miedergewand mit dem üppig verzierten „Austerrock“, so heißt der Überrock aus Brokat oder Seide. Vor 39 Jahren, zu ihrer Hochzeit mit dem Sauschneid-Sepp, hat sie diese Tracht zum ersten Mal getragen. Ein Bekenntnis zum Bauernstand war es, in der Pongauer Festtagstracht zu heiraten. Sie kann sich noch gut erinnern, wie es war, wenn die Schwiegermutter ihre Fest­ tagstracht anzog. „Es war jedes Mal eine schreckliche Aufregung. Damals wurden Rock und Oberteil noch mit Stecknadeln befestigt.“ Heute gibt’s praktischerweise Druckknöpfe. Doch auch an Johannas Fest­ tagstracht finden sich noch alte, beinah ­antike Gegenstände. In ihrer Kropfkette und an ihrem Ohrschmuck sind „Grandln“, die Zähne eines Hirsches, eingearbeitet. Diesen Hirsch hat einst ihr Urgroßvater, ein passio­ nierter Jäger aus Tamsweg, geschossen.PONGAUER FESTTAGSTRACHT (dürfen nur verheiratete Frauen tragen) Schwarzes Miederkleid – aufwendig mit Perlen, Strass, Steinen oder Rüschen ­auf­geputzt –, Austerrock, Seidenschürze, ­Seidentuch, vielgliedrige Kropfkette, ­Bänderhut, an der Unterseite mit Gold ­bestickt – die beiden breiten, bestickten schwarzen Samtbänder reichen am Rücken bis zum Rocksaum.Servus 115SCHÖNE HEIMAT SERIEHOTEL-LEGENDENWIEDERSEHEN AMGLÜCKLICHEN SEE Die Römer nannten den Traunsee Lacus Felix. Ein guter Platz also für schöne Zimmer mit Aussicht. Auf einer Halbinsel, wo sich Blicke in der Ferne verlieren, Urlaubsjuwele veredelt werden und im Bootshaus kulinarischer Zauber entsteht. TEXT: MICHAEL HUFNAGL FOTOS: CHRISTOF WAGNERAnmutig. Die Halbinsel von Traunkirchen mit dem tausend Jahre alten Kloster im Herzen ist eine bekannte Filmkulisse und ein beliebtes Motiv für Maler. „Das Traunsee“ lockt seine Gäste mit prachtvollen Ausblicken.134 ServusTraunkirchen am Traunsee ist eine oberĂśsterreichische Gemeinde mit 1.600 Einwohnern und befindet sich im Bezirk Gmunden.Servus 135
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